Sport Gemeinschaft Fahrtensegeln 1982 e.V.
  Frühjahrsveranstaltung Mai 2016
 



Wanderung durch das Stuttgarter Heusteigviertel am 05.Juni 2016

15 Uhr Henkersplatz, zack oin Hieb vom Henker und d'r Kopf isch ab. Und ab und zu isch d'r abg'schlagene Kopf vom Platz uf Straß na g'rollt. Deswägen heißt die Straß da unten au Hauptstätter Straß.

So oder so ähnlich hat es sich damals abgespielt, so oder so ähnlich haben wir es von unserer „Stuttgart Kennerin“  Gertrud erfahren.

Es ist wieder soweit, das Frühjahrsprogramm (Wanderung durch das Heusteigviertel) steht an und viel Interessierte sind gekommen. Und da der Segler im Allgemeinen kein schlechtes Wetter kennt, sondern nur schlechte Kleidung, ist die Veranstaltung mit 12 Teilnehmern gut besucht.

Der Flurnamen „Heusteig“ wurde schon 1280 urkundlich erwähnt und lag einst nordöstlich oberhalb des Bohnenviertels auf Höhe der Olgastraße. Der Name leitet sich nicht von Heu, sondern vom Holzhauen ab: "Steige in die Häue" deutet darauf, dass sie der Abfuhr von gerodetem Holz diente.

Los geht es über die Hauptstätter Straße zum ersten Haus, wo der schwäbische Schriftsteller und Sprachforscher Friedrich E. Vogt geboren wurde; Dichter des Liedes „Die steile Stuegerter Stäffele“ und Verfasser vom „Nesenbach-Gedicht“.

Hier ein besonderen Dank an Bernd, er ist steht’s bemüht, dass unsere Gerti trocken bleibt (hatte schon was von Bodyguard).

Weiter geht es in die Sophienstraße. Erwähnenswert ist hier die Nummer 1A (die Fassade des wunderschönen klassizistischen Gebäudes ist ganz aus Werkstein errichtet und reich gegliedert Der Mittelrisalit zeigt im ersten Obergeschoß einen reich verzierten Giebel, der von zwei lebensgroßen, im klassisch griechischen Stil geformten Frauengestalten getragen wird. Die rechte Figur hält einen Zirkel, das Attribut der Architekten. Das Attribut der linken Gestalt ist abgebrochen. Zum Haus gehört ein über 100 Jahre alter Gründerzeitgarten) und 1B (das denkmalgeschützte frühere Kutscherhaus hat eine seitlich angebrachte schmiedeeiserne Freitreppe zum ersten Stockwerk, der eigentlichen Wohnung. Das Erdgeschoss nämlich, das aus einem einzigen großen Raum besteht, diente früher zum Unterstellen der Kutsche) - Ah und endlich mal ein paar „Stäffele“ hoch zur Heusteigstraße.

 Hier ist auch gleich die erste Sehenswürdigkeit, der „alte Landtag“ (Auszug aus der Tafel: …Tagungsort der Landtage von Württemberg-Baden und Baden-Württemberg zwischen 1947 und 1961. Hier wurde am 11. November 1953 die Verfassung des Landes Baden-Württemberg verabschiedet.) Heute ist unter anderem das ABV-Zimmertheater ansässig. Und wie in jeder Gegend, hat auch das Heusteigviertel den besten Bäcker weit und breit (hier sind es die Flachswickel).

Über die Immenhofer Straße (Ab 1870 angelegt. Benannt nach dem uralten Weiler Immenhofen, der in alemannischer Zeit, ca. 600 bis 900 n. Chr. besiedelt war. Der Name geht wohl auf einen Sippenältesten namens Immo zurück. 1334 wird Immenhofen erstmals als Flurname urkundlich bestätigt)  geht es weiter in Falbenhennenstraße. Übrigens ist in der Falbenhennenstraße das Teppichklopfen am Hoftor und das Betteln und Hausieren verboten. Wie man eindrucksvoll auf verschieden Schilder lesen kann. Von der Falbenhennenstraße geht es weiter in Mozartstraße. Hier findet sich doch die eine oder andere Mozartbüste. Schön ist auch, dass die Anwohner der Mozartstraße an die vielen Touristen denken und ein Dixi-Klo bereitstellen. Die Gelegenheit wird natürlich gleich von einem Stadterkunder wahrgenommen. Vom Mozartplatz geht es die über Christophstraße zum Ausgangspunkt unserer Erkundung.

Natürlich geht so ein Ausflug nicht ohne Einkehr. Den Aperitif (dazu zähle ich auch ein Pils oder Weizen) haben wir im Bistro Einstein zu uns genommen. Danach geht es direkt und ohne Umwege (manch einer hat doch tatsächlich ins Bohnenviertel runtergeschielt) in den Murrhardter Hof (wenn ihr mal in der Nähe seid, müsst ihr unbedingt den Kartoffelsalat probieren (ein Gedicht)), wo das Frühjahrsprogramm seinen Ausklang nimmt.

So jetzt bleibt mir, bzw. uns nur noch eins übrig: „Vielen Dank an unsere Gertrud für die tolle Organisation und Führung“.

 

 Walter Maier

6.6.16

 
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