Sport Gemeinschaft Fahrtensegeln 1982 e.V.
  Jahrestörn Juni 2009 Südkroatien
 



Jahrestörn Juni 2009 in Kroatien
 
Wir waren das erste Mal nach über 15 Jahren wieder in Kroatien. Leider bekamen trotz vieler neuer Mitglieder nur ein Schiff zusammen, was aber nachvollziehbare Gründe hatte (bereits gebuchte Urlaube, Urlaubssperre, Familienfeiern).
 
Samstag 6.6.09
Hartwin und ich reisten per Auto mit einem Zwischenstopp in Österreich als rollendes Verpflegungskommando um 17:00 in Sukosan an. Es hatte Starkwind mit leichter Tendenz zum Sturm S8-9.  Die Elan 45 wird begutachtet - ein recht ordentlich ausgestattetes Schiff, mit allen Funktionalitäten. Zwar wird sich später das Navi eher unzuverlässig erweisen, ebenso wie der Kompass, und das Kartenmaterial war eher ein Kartenspiel.
Ausgehungert gingen wir zum Essen und erst ein entschlossener Schlag mit der Hand auf den Tisch weckte die Aufmerksamkeit des Kellners und verursachte bei unserem Wiener Tischnachbarn fast einen „Heazinfoakt“.
Gegen 22:00 kamen der Rest der Crew Skipper Wolfgang Rammler mit Gertrud, Marius Molisak, Wolfgang Merz und Hartwins Kumpel Rainer (unglaublich) Guth. Wir haben noch einen Schlummertrunk genommen und sind dann bald in die Kojen.
 
Sonntag 7.6.09
Tagesziel war Hramina auf der Insel Murter. Leider blies der Wind mit SE 4-5 uns genau entgegen und so mussten wir die ganze Strecke von 25 sm motoren. Dazwischen gab es sogar etwas Regen und angeblich 5 Meter hohe Wellen (laut Angabe einer österreichischen Crew).
Wir navigierten durch die Inselwelt, was sehr interessant und spannend war, da aufgrund der Angaben unseres Navi wir zeitweise quer über Land fuhren -  wie Fitzcarraldo. Aber irgendwas hatten wir ja irgendwann mal gelernt und außerdem hatte Wolfgang sein Hand-Navi dabei.
Die Marina in Hramina erwies sich als sehr luxuriös und gut ausgestattet. Auf dem Schiff gab es Spaghetti mit Thunfisch und anschließend einen Spaziergang durch den Hafen von Hramina. Unsere Crew erweist sich als sehr nett und harmonisch.
 
Montag 8.6.09
Tagesziel war Rogoznica, Marina Frappa, die laut Hafenhandbuch regelmäßig mit 5 Sternen ausgezeichnet wird. Es ist wunderbares Wetter, doch leider kein Wind. Vor den Kornaten planten wir einen Badestopp, doch leider schwamm ausgerechnet hier Müll auf dem Wasser. Als dann doch noch Wind aufkam konnten wir Schmetterling segeln. Nach 36 sm kamen wir in Rogoznica an. Die Marina verdient allenfalls einen Stern (3 Duschen für 500 Liegeplätze!), dafür gab es einen noch nicht befüllten Pool und einen Tennisplatz, sowie Riesen –Motoryachten mit Bodyguards.
Der Blick auf das Städtchen war dafür umso pittoresker und zum Abendessen bereiteten wir Risotto mit Thunfisch, begleitet von Eric Clapton und Bob Dylan (unglaublich – das ist der Blues!)
 
Dienstag 9.6.09
Tagesziel war Trogir bei Split  (Weltkulturerbe der UNESCO). Vor lauter Begeisterung hatte mich die Crew am Steg stehen lassen, mich aber bald wieder aufgenommen. Da es wieder wenig Wind gab suchten wir in Visice eine Badebucht mit glasklarem Wasser auf. Am Nachmittag konnten wir sogar noch ein wenig segeln. In Trogir machten wir neben Doppelgängern der Klitschkos fest. Trogir erwies sich als lebendige Stadt in der jede Menge von Kulturen Niederschlag fanden ( Römer, Venezier), die verziert ist von vielen alten Baudenkmälern (und manchen tückischen Löchern auf der Stadtmauer). Das Abendessen nahmen wir einem Straßenrestaurant mitten in der Altstadt ein – sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis.
 
Mittwoch 10.6.09
Das heutige Tagesziel war die Insel Zlarin. Am Morgen war es bewölkt und es regnete. Allerdings konnten wir bereits ab dem späten Vormittag bei halbem Wind (W3-4) schön segeln. Teilweise erreichten wir auf der Logge erstmals 8 sm unter Segeln. Nach 38 sm fast komplett unter Segeln erreichten wir Zlarin und den rudimentären Yachtclub aus Titos Zeiten Die Liegegebühr war mit fast 50€ ziemlich saftig, zumal die Duschen auf dem Schiff benutzt werden mussten und die Toilette im Café.
Wolfgangs Kässpätzle, ein bezaubernder Sonnenuntergang und ein Ausflug in eine Konoba entschädigten uns aber voll.
 
Donnerstag 11.6.09
Die Liegeplatzgebühren haben sich am Morgen bereits voll amortisiert, denn wir erwerben 3 kg Doraden zum Spottpreis. So kann es zum Tagesziel Biograd losgehen. Marius und ich haben die Doraden ausgenommen. Als wir damit fertig waren, kam wieder ordentlich Wind auf (W 4). Die Logge zeigt sogar einmal 10 kn. Biograd hätten wir bereits um 14:00 erreicht weswegen wir mit Kukljica auf Ugljan ein neues Tagesziel ausgaben. Dieses erreichten wir nach 42 sm. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass wir leer getrunken waren. Während Marius und ich die Doraden vorbereiteten, musste der Rest der Crew Wein organisieren, was an einem Feiertag nicht so einfach war.
Kukljica ist ein verträumter Hafen, mit vorsintflutlichen und nicht ganz antiseptischen sanitären Anlagen, jedoch mit einer sehr attraktiven Hafenmeisterin.
Nach dem leckeren Mahl (Dorade im Ofen) schwärmten wir aus und genossen in einer Konoba einen schätzungsweise 8-fachen Cognac und ein Rieseneis.
 
Freitag 12.06.09
Tagesziel heute war Zadar. Wir legten gemütlich ab und konnten schon wieder bald segeln. Mit zunächst NE 3-4 fuhren wir an Zadar vorbei. An der Nordspitze von Ugljan kehrten wir um und fuhren in den Hafen von Zadar, wo wir auch gleich auftankten. Das Anlegemanöver durfte ich heute fahren, und das war kein Geschenk in dieser gut belegten und engen Marina. Nach 18 sm machten wir fest. Wir duschten in der sehr ordentlichen Marina und schlenderten durch die schöne Altstadt von Zadar.
Nach einen ausgiebigen Mahl in einer Konoba und einem Absacker in einer Bar sind wir müde auf das Schiff, wobei uns eine Frage beschäftigte: Warum motort man in dieser Gegend ohne Groß aber dafür mit Genua? Ist es ein Geheimnis? Ein besonderer Trick?
 
Samstag 13.06.09
Der letzte Tag – zurück nach Sukosan. Wolfgang macht auch Bekanntschaft mit dem engen Hafen und „rasiert“ mit dem Masten fast das Casino.
Das Meer liegt da wie ein Spiegel und die Sonne scheint. Nach 8 sm machen wir um 8:30 fest. Die Übergabe läuft reibungslos. Hartwin und ich verabschieden uns. Wir fahren wieder nach Österreich, während die anderen am Abend zurückfliegen.
 
Ein wunderbarer und abwechslungsreicher Törn geht nach ca. 190 sm zu Ende. Kroatien war eine Reise wert.
 
Thomas Kühnel
 
  Insgesamt waren schon 28760 Besucher hier!  
 
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=