Sport Gemeinschaft Fahrtensegeln 1982 e.V.
  Sommertörn Cote d'Azur- Juni 2015
 






Auszug aus dem Logbuch der Caprice

Schiff:                  Hanse 445;   Lattengroß, Lazy. Tiefgang: 2,30m,  die Schnellste  der 3, am Wind bis 6 kts.
Crew:                   Wolfgang M (Skipper), Thomas (Co), Michaela, Martin, Walter, Andrea

     

weitere Schiffe:   

Promethee: (Roland, Märle, Moni, Fritz, Sebastian)
Jas De Clans (Wolfgang, Uli, Gertrud, Walter, Moni, Klaus)
Samstag, 13.Juni

Schiffsübernahme Arcadie Plaissance in Port Grimaud war sehr flott und ging auf Englisch einigermaßen
gut. Haben hinterher auf die Fallenklemmer beschriftete Kleber gemacht. Küche etwas klein, damit aber Salon sehr groß. Vorschiffkabine immens groß.Selbstwendefock drauf. Dafür aber „Struwelpeter“: die Einparkhilfe mit Bug- und Heckstrahlruder in –Einhebelbedienung:
beide Drehungen und das Seitenshiften. Bis die beiden Propeller aus- und eingefahren waren, dauerte etwas und lenkte ab. Aber sonst fehlte es nur an Suppenschüsseln und Kaffeefilter. Wir haben uns dann auf türkischen Kaffee beschränkt.  Abends gab’s an Bord gleich Fisch von Thomas und Walter.
Sonntag, 14. Juni – Port Grimaud – Le Lavandou
Die Einweisung erfolgte nach Liste, danach Lifebelts anpassen. Schwimmwesten bleiben im Schrank. Zunächst mit Trackspeicherung raus aus der Lagune von Port Grimaudf und aus der Bucht von St. Tropez - man will ja wieder heimfinden. Zunächst unter Motor aus dem Gewimmel der Bucht von St. Tropez. Dann Segel gesetzt. Wind aus ca. SW mit 2 – 4 bft.Ein langer Streckschlag und kurzer Holebug. Mit der Selbstwendefock muss man üben bis sie richtig „steht“. Die Ausrichtung erfolgt fast nur anhand der Bändsel. Da wir wegen der Selbstwendefock nur eine kleine Genua hatten, reicht es nicht aus, wenn nur die gut steht. Anlegen am Ankunftssteg in Le Levandou war mit Vorspring angesagt. Abendessen gemeinsam mit Wolfgangs Schiff in sehr gutem Restaurant.
Strecke 32sm, davon 20 unter Segel.
Montag, 15. Juni – La Lavandou - St. Mandrier-sur-Mer
Der Plan war nach Sanary-sur-Mer (sehr weit Richtung Cassis) zu kommen. Aber der starke voll aus W/SW kommende Wind
machte einen Zielkurswechsel notwendig. Gleich nach dem Segel setzen ging das „Kappe über Bord-Manöver“ gründlich daneben und die Kappe verloren. Noch 2 Q-Wenden zum Üben gefahren. Thomas als Steuermann war in seinem Element. Festgestellt, dass Reff 1 hinten überhaupt nicht belegt ist. Wind blieb jedoch knapp unter 20 kts. Die Passage von Porquerolles musste unter Motor gemacht werden. Schweres Gestampfe. Schönes Segeln nach der Durchfahrt zwischen Giens und Porquerolles.

Generell gab’s dieses Mal mit Übergaben und Prio auf Heckleinen beim Anlegen kaum einProblem. Abendessen an Bord (Pasta mit Shrimps).
Strecke 29sm, davon 17 unter Segel.
Dienstag, 16. Juni - St. Mandrier-sur-Mer - Porquerolles
Wir sind 10 Min. nach den anderen raus und konnten schnell Segel setzen. Wolfgang R blieb bei Porquerolles weit hinten, Roland konnte halbwegs mithalten hatte aber bei Wechsel auf Raumkurs  irgendwelche „Hänger“. An der Ostküste haben sie unter reiner Genua gut aufgeholt, liefen aber damit für die Nordküste in die Großsegel-Setzen-Falle.Gingen auf Motor und hatten damit DNF. Caprice klarer Sieger (alle Races gewonnen).
Beim Einlaufen zu Roland/Märle gefahren, da die bereits lagen. Beim Anlagen in Porquerolles gab es „gewisse Kommunikationsprobleme" und so lagen wir am Abend getrennt von den anderen. Etwas hartes Vorspringeindampfen gegen Reifen hat Abriebsspuren hinterlassen.
War bei uns ein schöner Abend mit Spaghetti Bolognese  mit 4 Fl. Rotwein. Maiers kamen noch vorbei.
Strecke 24sm, davon19 unter Segel.
Mittwoch, 17. Juni – Porquerolles – Calavaire sur Mer
Mittlerweile kommt raus, dass die Kollegen, was Windfinder anbelangt, sich auf eine erste-Klasse-SMS verlassen, die „westlich Korsika“ durchgibt. Windfinder und Windplanung kommt ins Gerede. Thomas merkt an, dass man sämtliche Windprognosen in diesen küstennahen
Gewässern mit hunderten von Einflüssen durch Steilhänge, Buchten Kaps, Hooks, Inseln usw. in der Regel vergessen kann
Wir machen erst mal klar Schiff, da alles Mögliche an Deck rumlag und kamen 45 min. später als die Kollegen raus. Zwischenziel war Port Cros die Bucht Port Mon abgestimmt. Die anderen südlich Port Cros dahin Wir, da zu spät, fahren auf direktem Weg unter Motor
(wie die anderen auch). Wind war nicht erkennbar, und das Meer sah aus wie in der Augsburger Puppenkiste. Beim Ankern hat alles geklappt, und das Baden war einfach traumhaft. Michaela war mit ihren Flossen auch schnell drin. Andrea und Thomas fangen mit einem Eimer und etwas Brot eine Dorade, die Walter beim Rausholen gleich wieder entfleucht. Weitere Fangversuche bleiben erfolglos.
Ablegen 1. Anlauf. Anker geht auf (Wolfgang einigt sich mit Walter, wie der Anker nächstes Mal am Ende reinläuft) und Thomas informiert „Steuerrad durch Autopilot fixiert“.  Mit Ein/Aus war nichts zu machen. Also ließen wir wieder den Anker runter, damit wir nicht abtreiben. Dann schalteten wir  die beiden Hauptschalter aus/ein. Nach diesem Neustart war Steuerrad wieder frei. Beim Anker lichten verkantete der Anker und lies sich nicht mehr bewegen. Thomas hat dann mit beherztem Fußtritt gegen den Winschhebel auf Ankerlauf wieder das Ankergetriebe „befreit“.
In Cavalaire lagen wir neben dem selbst ernannten Literaten E. Stein (Proktologe und Spruch-Bücher-Schreiber), der uns sogleich ohne Aufforderung eines seiner Machwerke übergab. Thomas lies uns daraus vor. Ziemlich viel Frauenfeindliches und Schweinkram.
Beim Abendessen saßen wir dann leider nicht zusammen, obwohl Thomas für alle reserviert hatte. Männer hören halt nicht zu. Dafür war das Essen sehr ok und bezahlbar. Danach besuchten wir die Rhumerie, eine Cocktailbar mit gleichnamigen Produkten. Michaela und Uli waren heftig auf Figürchen „trinken“. Wir blieben noch einen Drink länger und an Bord meinten noch 2 noch Wein zu benötigen. Das hat ein Crewmitglied bitter bereuen müssen.
Strecke 21sm komplett unter Motor
Donnerstag, 18. Juni – Calavaire sur Mer – Fréjus
Wir 20 Min. später raus als die anderen (die waren ja auch früher im Bett). Wir haben bald bemerkt, dass der Wind um die Küste
sehr schnell die Richtung ändert (Kap-Effekte) und dass draußen der Wind schwächer ist. Dort waren unsere Kollegen. Wir sind dann näher an der Küste geblieben und die anderen z.z. (ziemlich zügig) überholt. Es war für uns ein entspanntes segeln. Thomas hat uns 3 wieder angemeldet. Nachdem wir uns auf den richtigen Hafen geeinigt hatten, hat uns die Madame vom Telefon als Marinera gleich am
Ankunftssteg entdeckt. Sie wies uns den letzten Platz zu. Die Madame war von unserem Anlegemanöver (dank Struwelpeter) beindruckt, genauso von unseren Breiten (es gibt auch Frauen, die nicht zuhören).
ie Festmachmöglichkeiten waren alle unter unseren Breiten. So musste Rolands Leine bei uns zunächst schamfielen. Man hat es später dadurch geregelt, dass wir weiter vom Steg weg sind.
Walter hat ein vorzügliches Fischessen gekocht (Fisch überbacken mit Kräuterkruste, Ratatouille und mit Käse überbackenen Kartoffeln. Ich bin später noch mit Michaela in Cocktailbar. In Fréjus war ziemlich wenig los (Wohnungen kaum besetzt). Cavalaire war da ganz
anders.
Strecke 26sm, davon23 unter Segel.
Freitag, 19. Juni – Fréjus- Port Grimaud
Die Abstimmung untereinander war an diesem Tag verbesserungswürdig. Unterwegs gab es dann doch etwas Schiff-Schiff-Kommunikation. Dann haben wir haben wieder alle überholt. Telefonkontakt mit Capitainerie in St. Tropez ergab, dass wir überraschenderweise willkommen sind. Die Einfahrt in den alten Hafen war sehr beeindruckend, begleitet durch die Marineros oder Thomas mit Telefon. Im alten Hafen lagen 15 sehr große Motorjachten (einige über 100 Mio) und gerade 2 Segler. Wolfgang kam mit seinem Boot hinter uns her auch an den Kai.
Roland kam nicht in Hafen. Danach Landgang der beiden Schiffe. Walter und Andrea blieben an Bord und Walter bereitete Bouillabaise vor. Shopping war angesagt sowie ein Besuch der besten Eisdiele Frankreichs (sagt Thomas und hat Recht). Wolfgangs Schiff ging in eine Bar (Bier zu 9,50; bei 10 war ihr Limit). Die Caprice kam in Grüppchen zurück zum Schiff. Michaela fand noch was beim Shopping. Für das Anlegen und den Aufenthalt in St. Tropez wurde uns nichts berechnet.
Wir sind unter Motor die 2 sm nach Port Grimaud und das war bei St. Trop eher Slalomfahren durch Schiffe als geradeaus. Nach dem Tanken ging es hinein ins Lagunenlabyrinth. Dank 2 Tracks und guter Erinnerung waren wir die Einzigen, die ihren Platz auf Anhieb fanden. Wolfgang hat wohl am Anfang die leichte links zuerst übersehen. Von Roland hieß es, dass er zuerst im falschen Hafen war. Wir sind ganz vorsichtig zum Platz und mit Hilfe Struwelpeter uns um die Ecken gedreht. Abnahme problemlos. Am nächsten Morgen fand man dann noch den vermissten Kompassdeckel.

Abendessen mit allen drei Schiffen. Preis Leistung auch hier sehr ok.

Strecke 14sm, davon10unter Segel.
Fazit:
Schöner Törn und schönes Revier, Stimmung (meistens) ok. Schiffe soweit in Ordnung(nur Wolfgang R. war etwas unglücklich). Service und Sauberkeit in allen Marinas top (Malle, Elba, Korsika und Sardinien könnten hier in die Lehre gehen). Und die Liegegebühren waren allenfalls halb so teuer wie in den vorgenannten Revieren. Auch Essen gehen war bezahlbar. Und wenn Vorbehalte gegen Frankreich hinsichtlich Freundlichkeit und Preis/Leistung gab, so sind die jetzt Geschichte.
Gesamt 146sm davon 89 unter Segel
Wolfgang M. (ergänzt durch Thomas)


 
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